Großangelegte THW‑Übung in Marienheide

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Am vergangenen Wochenende führte das Technische Hilfswerk (THW) vom 17.04.2026 bis 18.04.2026 in Marienheide im Bergischen Land eine mehrtägige Übung durch. In einem komplexen Szenario wurde die Bewältigung mehrerer zeitgleich auftretender Schadenslagen trainiert. Ziel der Übung war es, die Einsatzfähigkeit des THW bei großflächigen Einsatzlagen sowie unter anspruchsvollen und dynamischen Rahmenbedingungen zu überprüfen und weiter zu festigen. Mit dabei waren aus dem Ortsverband Siegen der Fachzug Führung und Kommunikation, der Zugtrupp des Technischen Zuges, sowie die 2. Bergungsgruppe und die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung.

Innerhalb des Übungsszenarios wurden unter anderem Schäden an Abwasseranlagen sowie an Gebäuden wie Schulen und Industrieanlagen angenommen. Aufgrund der flächendeckenden Lage unterstützte das THW die jeweils für die Gefahrenabwehr zuständigen Stellen mit seinen technischen und organisatorischen Fähigkeiten.

Die Übung wurde von der THW‑Regionalstelle Olpe/Drolshagen organisiert und federführend durch Lars Köhler, verantwortlich für die Aus‑ und Fortbildung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte an der THW‑Regionalstelle Olpe, geplant und begleitet. Zur Umsetzung des komplexen Einsatzgeschehens und zum realistischen Einspielen verschiedener Lagen wurde er von rund 25 Helferinnen und Helfern unterstützt.

Der erste Übungsabschnitt begann am Freitagnachmittag und erstreckte sich bis in die späten Abend‑ und Nachtstunden. Schwerpunkt war ein simulierter Angriff auf einen Industriebetrieb. Als Übungsobjekt diente ein leerstehender Industriebetrieb in Marienheide.

Am Freitag wurden unter anderem die strukturierte Erkundung der Einsatzstelle, der Umgang mit einer Gefahrstofflage (CBRN‑Lage) unter Atemschutz sowie die Rettung und Bergung von verletzten und verstorbenen Personen geübt. Zur Sicherheit der eingesetzten Kräfte kam ein Einsatzstellen-Sicherungssystem (ESS) zur Überwachung und frühzeitigen Gefahrenwarnung zum Einsatz. Zur Unterstützung einzelner Einsatzmaßnahmen wurde hierbei ein Teleskoplader eingesetzt. Insgesamt waren an diesem Übungsabschnitt rund 60 Einsatzkräfte aus den THW‑Ortsverbänden Olpe, Remscheid, Lennestadt, Siegen und Waldbröl beteiligt.

Zur Steigerung der Übungsrealität kamen zudem Einsatzkräfte der THW‑Fachgruppen Sprengen aus den Ortsverbänden Ratingen und Wuppertal zum Einsatz. Mit ihrem pyrotechnischen Fachwissen trugen sie wesentlich zu einer realitätsnahen Darstellung einzelner Schadenslagen bei.

Um den Einsatzablauf möglichst authentisch zu gestalten, wurde das THW zusätzlich von den DLRG‑Ortsgruppen Attendorn und Drolshagen unterstützt. Die DLRG‑Mitglieder wurden als Verletztendarsteller eingesetzt und im Vorfeld mit einer realitätsnahen Unfall‑ und Notfalldarstellung (RUND) geschminkt. Ihr Engagement trug maßgeblich zu einer realistischen Übungsdurchführung bei.

Am Samstagmorgen wurde die Übung fortgesetzt. Am zweiten Übungstag waren insgesamt rund 80 Einsatzkräfte aus elf THW‑Gruppen der Ortsverbände Bergneustadt, Bad Berleburg, Lennestadt, Siegen und Olpe am Übungsgeschehen beteiligt. Die am Freitag gewonnenen Erkundungsergebnisse wurden vertieft und als Grundlage für weitere Maßnahmen herangezogen. Zur besseren Koordination der umfangreichen Einsatzlage war der Fachzug Führung/Kommunikation des THW‑Ortsverbandes Siegen eingesetzt, der das Einsatzgeschehen aus seinem Führungs‑ und Lagezentrum heraus leitete.

Im weiteren Verlauf wurden umfangreiche Rettungsmaßnahmen an verletzten sowie teilweise eingeschlossenen Personen durchgeführt. Hierzu stellten die Einsatzkräfte an mehreren Stellen Bodendurchbrüche in den Betondecken her. Die betroffenen Personen wurden anschließend durch die geschaffenen Öffnungen gerettet und dem Rettungsdienst zur weiteren Versorgung übergeben.

Parallel zu den Maßnahmen im Gebäude wurde die Räumgruppe des THW‑Ortsverbandes Olpe gemeinsam mit der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen des Ortsverbandes Bergneustadt eingesetzt. Auftrag war es, eine gebrochene Abwasserleitung wieder instand zu setzen, um weitere Schäden und Gefahren abzuwenden.

Die Übung verdeutlichte eindrucksvoll die Bedeutung einer klaren Führungsstruktur, spezialisierter Fachkenntnisse sowie der engen Zusammenarbeit aller beteiligten Einheiten bei außergewöhnlichen und großflächigen Einsatzlagen.

Ein besonderer Dank gilt der Firma August Rüggeberg GmbH & Co. KG für die Bereitstellung des Übungsobjekts sowie den Mitgliedern der DLRG‑Ortsgruppen Attendorn und Drolshagen, die mit großem Engagement zu einer realitätsnahen Übungsdurchführung beigetragen haben.

Fotos: THW / Timo Horzewsky, Nils Münter, Jens Schragner

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